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Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Droyßig

- Schloss Droyßig mit Bärengehege
- Schlossturm, Schlosskirche
- St. Bartholomäuskirche
- romanische Dorfkirche Hassel
- "Kantorenhaus" jetzt Privatmuseum Zimmermann
- Templertor
- Heimatstube, Heimatmuseum Droyßig (auf Voranmeldung beim Heimatverein)
- Droyßiger Wald mit zahlreichen Wanderwegen
- Schlossfest (jedes 2. Wochende im Juni)
- Droyßiger Weihnachtsmarkt (am 1. Advent)
- in Droyßig engagieren sich viele Vereine

  Führungen im Schlossbereich, in der Ortslage und andern Zielen werden vom
  Heimatverein Droyßig e.V. angeboten.

Kontakt:
  Herr Artur Wellnitz
  Vorsitzender des Heimatvereins Droyßig e.V.
  Tel.: 034425 / 21872
  Mobil: 0170 3150399
  E-Mail: artur.wellnitz@t-online.de

  Gemeinde Droyßig:
  Tel.: 034425 / 27575
  E-Mail: info@droyssig.de

Ortsteil Weißenborn 

- antikes Heimatmuseum von Thomas Teuchert (034425 / 21346)
- Saal und Kegelbahn (034425 / 21783)
- Schalmeienkapelle der FFW Weißenborn
- Weißenborner Frechdachse
- jährliches Maibaumsetzen mit den Weißenborner Maibaumburschen
- Einläuten der Weihnachtszeit (immer ein Tag vor dem 1. Advent)

Die Droyßiger Anstalten:

Am 11.Mai 1847 wurde von Fürst Otto-Viktor von Schönburg-Waldenburg durch Unterzeichnung einer entsprechenden   Stiftungsurkunde ein evangl. Lehrerinnenseminar gegründet, um „Personen weiblichen Geschlechts, welche bereits confirmiert sind“, in christl. Geiste auf eine spätere pädagogische Tätigkeit in der Gesellschaft und im Staat vorzubereiten. Es handelt sich um eine der ersten pädagogischen Bildungsstätten für Frauen im deutschsprachigen Gebieten.

Am 1. Oktober 1852 fand die Eröffnung der Droyßiger Anstalten statt. 20 Seminaristinnen nahmen das Studium an der neuen Schule, der ersten Bildungsstätte solcher Art für Mädchen in Preußen, auf.
Die Gemeinde Droyßig und Preußen schlossen einen Vertrag. In ihm wurde festgelegt, dass 80 von den 130 schulpflichtigen Mädchen aus der Dorfschule gegen eine Vergütung von einem Taler pro Kopf in die Übungsschule des Seminars übernommen werden. 

Diese Übungsschule wurde mit 2 Klassen 1852 eröffnet und 1906 auf 6 Klassen erhöht. Das zeugt von einem großen Zuspruch, den die Übungsschule gegenüber der Dorfschule hatte.
Dieser Einrichtung wurden 1855 ein Gouvernanteninstitut und ein Pensionat angeschlossen.
Die Droyßiger Anstalten beruhten auf einer Stiftung zugunsten des preußischen Staates und unterstanden unmittelbar dem Minister der geistlichen Unterrichts - und Medizinalangelegenheiten.

Wilhelm Kritzinger war der erste Direktor der 1852 gegründeten „Erziehungs - und Bildungsanstalten“ in Droyßig. Fast ein halbes Jahrhundert hindurch prägte er den Geist dieser Einrichtung.
1857 wurden die „ Gedenkblätter des Königlichen Lehrerinnenseminars zu Droyßig an seine fernen Kinder“ von W. Kritzinger herausgegeben, die sich gebunden als Kopie in dem Schularchiv befindet.

Dass er auch Liedertexte und Gedichte schrieb, wissen nur wenige, obwohl sein Text „Süßer die Glocken nie klingen“ noch heute zum Weihnachtsfest gern gesungen wird. Anlässlich des 150. Jahrestages des Unterrichtsbeginns in den Droyßiger Anstalten 2002 wurden seine schönsten Gedichte in einer Gedichtbroschüre herausgegeben.

Bauliche Erweiterung
1884 wurde der Turmkopf mit Kreuz angebracht, der alte Zeiger der Turmuhr wurde durch ein neues Werk ersetzt.

1885 Einweihung der Ladegast-Orgel in der Aula, zu der W. Kritzinger ein Gedicht geschrieben hat 

Weitere große bauliche Veränderungen und der Bau von Wohnhäusern folgten in den Jahren 1899-1902 Foto-Grundriss.
1897wurde die Ausbildung erweitert. Infolge der Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens wurde die Ausbildung nach Torgau verlegt. Die letzte Reifeprüfung von Seminaristinnen/Volksschullehrerinnen fand 1911 statt.
Am 25. Mai 1900 wurde die Verwaltung dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium Magdeburg übertragen.

Mit der Neuordnung des Lyzeums (allgemeine Frauenbildung und Lehrerinnenbildung) von 1908 ergab sich folgende Änderung:
Die Frauenschule konnte zweijährig, das Höhere Lehrerinnenseminar dreijährig unter Ergänzung eines einjährigen Praktikums besucht werden. Das Mindestalter der Schülerinnen betrug 16 Jahre.

Das Gouvernanteninstitut fand in veränderter Form seine Weiterführung in der Oberstufe des Oberlyzeums. Der Besuch des Oberlyzeums ermöglichte erstmals den Absolventinnen den Zugang zur Universität.

Ab 1909 wurde ein Höheres Seminar für Lehrerinnen der französischen und englischen Sprache eingerichtet.

1910 kam es zusätzlich zur Bildung einer allgemeinen Frauenschule mit Lehrgängen für Hauswirtschafts-Lehrerinnen(1911), Lehrerinnen für Fremdsprachen(1911-einmalig), Kindergärtnerinnen(1912) und Hortnerinnen.

1925 entschloss man sich zu einem Orgelneubau durch den Magdeburger Orgelbauer Eduard Beyer.

1927 erfolgte eine bauliche Erweiterung:
Im 1. Stock durchgehend Klassen und Verwaltungsräume, im 2. Stock die Wohn - und Arbeitsräume und im 3. + 4. Stock die Schlaf-, Wasch- und Garderoberäume. Die naturwissenschaftlichen Abteilungen umfasste den ganzen 2. Stock des Aulaflügels. 

1928 fand die letzte Lehramtsprüfung des alten Oberlyzeums statt. Damit endete die in der Stiftungsurkunde festgelegte und 75 Jahre praktizierte Lehrerinnenausbildung. Gleichzeitig wurde die Übungsschule geschlossen. Die Schule wurde umbenannt in eine „Staatliche Bildungs- und Erziehungsanstalt“ für Mädchen.

1930 wurde der Kindergärtnerinnenlehrgang abgelöst durch einen verbundenen Lehrgang für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen.

1938 erfolgte die Umwandlung der Anstalten in eine Oberschule für Mädchen mit den Klassen 1 bis 8 (5. bis 12. Schuljahr). Gleichzeitig bestand weiterhin die Frauenklasse, deren Besuch als ein halbes Pflichtjahr angerechnet wurde. Das Pflichtjahr war das Jahr nach der Schulentlassung, in dem die Mädchen in kinderreichen und bäuerlichen Familien oder zum Teil auch als Dienstmädchen in besser gestellten Familien arbeiten mussten, um in eine Lehrausbildung eintreten zu können.

Im September 1939 blieb die Schule für ein Monat geschlossen, weil die Schülerinnen Kriegshilfsdienst leisten mussten.

1944 wurden Schule und Internat geschlossen. Im September 1944 begann lediglich noch ein Lehrgang für Kindergärtnerinnen, dessen Teilnehmerinnen Anfang April 1945 wegen der Kriegsereignisse beurlaubt wurden.

1945 wurde das Gebäude – bei Arbeitsstillstand in den Bildungsstätten; als Kaserne der Besatzungstruppen (zunächst amerikanisch, danach sowjetisch) genutzt. Trotz der Besetzung des Gebäudes führte die Lehrerin Frau A. Langenbach zwei noch verbliebene Klassen zum Abitur. 

Im März 1947 wurde im Gefolge der Verlegung der „Peißnitzschule“ von Halle/Saale nach Droyßig die Landesheimschule als Oberschule mit Internatsbetrieb eingerichtet. Kinder und Jugendliche, deren Eltern Opfer des Faschismus waren, erhielten die Möglichkeit, das Abitur abzulegen. Erstmals wurden Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet.

1949 wurde die erste Kapelle „Die Droyßiger Dohlen“ gegründet, die sich später „Heim - Capelle - Droyßig“ HCD nannte.

1951 wurde der Festsaal (ehemaliger Musiksaal/Milkerscher Tanzsaal) einmal wöchentlich als Filmtheater genutzt

1953 wurde die Landesheimschule in Heimoberschule umbenannt, diese Erweiterte Oberschule bestand bis 1956.

Im Schuljahr 1953/54 begann in Droyßig die Ausbildung von Unterstufenlehrerinnen, zunächst auf der 8. Klasse der Grundschule aufbauend und vierjährig, ab 1957/58 mit Abgängen der 10. Klasse dreijährig.

Diese Ausbildung am Institut für Lehrerbildung (IFL) lief 1959 aus. Studenten und Lehrer gingen zur Beendigung des Studiums an die Institute nach Weißenfels oder Crossen.

Am 6. Oktober 1958 wurde die Zentralschule der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ (ZIPO) in Droyßig gegründet. FDJ – Mitglieder mit Abschluss der 8. Klasse und abgeschlossener Berufsausbildung (Facharbeiter-Zeugnis) wurde in einem zweijährigen Direktstudium als Freundschaftspionierleiter ausgebildet. Die Orgel in der Aula wurde entfernt, sie passte nicht ins ideologische Bild der ZIPO.
Von September 1965 an erfolgte die Ausbildung in Droyßig und an Außenstellen auf der Grundlage der Lehrpläne des IfL als Freundschaftspionierleiter, zu dessen Qualifikation der Erwerb der Lehrbefähigung für die unteren Klassen gehörte.

Ab 1974 wurde die Zentralschule umgebildet, und mit dem Studium 1975/76 ging man zum vierjährigen Direktstudium über. Ab 1976 gab es die Möglichkeit des externen Erwerbs des Staatsexamen. 

Bereits 1984 hatte die DDR – Staatssicherheit in der ZIPO - Droyßig ein Internierungslager für 800 Regimegegner geplant. Auf einer Landkarte ist ein roter Kreis mit dem Kürzel IL und 800 gekennzeichnet. In den Akten sind Haftbegründungen, Karteikarten mit Fotos sowie verantwortliche Gruppen aufgelistet. Dies geht aus Akten der Gauck-Außenbehörde in Halle hervor.

Am 28. August 1990 wurde die Einstellung der Lehrerausbildung in Droyßig auf Weisung des Ministeriums für Bildung bekannt gegeben. Den noch in der Ausbildung stehenden Studenten wurde die Möglichkeit gegeben, ihr Studium in Weißenfels, Köthen oder einer anderen Lehrerausbildungsstätte abzuschließen.

Ab 30. Mai 1990 wurde durch Entscheidung der unabhängigen Kommission  die Verwaltung der Liegenschaft der ZIPO der Treuhand übergeben. Da sich kein Rechtsträger fand, gab man den Ostflügel an das Reisebüro „Jugendtouristik“ ab. Es sollte ein modernes „Gästehaus am Schloss Droyßig“ entstehen. 

Auf Anregung von Frau Hagedorn, einer ehemaligen Studienrätin, wurde eine Briefdemonstration über den katholischen Pfarrer Mittenentzwei gestartet. Viele ehemalige Schülerinnen wollten die Schule im Sinne des Stifters erhalten sehen. Eine von ihnen aus der ehemaligen BRD nahm die Verbindung zu den Jugenddorf-Christophorus-Schulen auf. Der Besuch einer Delegation des CJD in Droyßig weckte Interesse und Begeisterung.

Am 1. Juni 1991 stimmte die Treuhand Berlin dem Antrag des Landes Sachsen-Anhalt auf Eigentümerschaft über die gesamte Liegenschaft der Droyßiger Anstalten zu. So hat die Briefdemonstration der ehemaligen Droyßiger Schülerinnen mit zum Erfolg beigetragen.

Am 22. August 1991 erfolgte die Übergabe der Verwaltung der Liegenschaft durch die Treuhand an den Landkreis Zeitz und das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland e.V. zum 1. September 1991.

Bereits am 2. September 1991 nahmen 211 Schüler in 9 Klassen den Unterricht an der Christophorusschule Droyßig auf.
Am 28. September 1991 wurde die Jugenddorf-Christophorusschule als staatlich anerkanntes Gymnasium mit einem Festakt auf dem Sportplatz und einem anschließenden Tag der offenen Tür feierlich eröffnet.

Weitere Ausführungen finden Sie unter:http://www.cjd-droyssig.de/ueber-uns/chronik/

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt

Gemeinde Droyßig
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06722 Droyßig

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